5 Februar 2011 - 20:30

Zwei Wochen nach Beginn der Massenproteste gegen den autoritären Präsidenten Mubarak gibt es erste konkrete Schritte zu einer Demokratisierung des Landes. Vizepräsident Suleiman vereinbarte am Sonntag bei einem Treffen mit Spitzenvertretern der Opposition die Gründung eines Komitees, das bis Anfang März eine Verfassungsreform ausarbeiten soll.

Auch der Ausnahmezustand soll bald aufgehoben werden. Offenbar wies Suleiman jedoch die Forderung der Opposition zurück, die Macht von Staatschef Mubarak zu übernehmen. "Wir haben ihn darum gebeten, dass der Präsident dem Vizepräsidenten entsprechend Artikel 139 der Verfassung die Macht überträgt", sagte ein Vertreter einer Oppositionsgruppe, der anonym bleiben wollte, am Sonntag in Kairo. An den Gesprächen nahmen auch Vertreter der wichtigsten Oppositionellen Partei "Muslimbruderschaft" teil. Es handelte sich um das erste Mal, dass die Regierung mit der seit 1954 offiziell verbotenen Bewegung offen verhandelte. An den Gesprächen waren nach Angaben der Nachrichtenagentur Mena auch die liberale Wafd-Partei, die linksgerichtete Partei Tagammu und eine Gruppe beteiligt, welche die seit Tagen protestierenden Demonstranten eingesetzt hatten. Auch der führende Oppositionelle ElBaradei schickte einen Vertreter.